Projekt des Monats September 2010

Grüne Studieninhalte im Mittelpunkt

An der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE ) befassen sich Studierende aus ganz Deutschland und dem Ausland in 16 Studiengängen mit Nachhaltigkeit. Der Fokus der Fächer liegt auf dem ländlichen Raum und nachhaltigem Wirtschaften. Mit rund 60 Forschungsprojekten gehört die HNEE zu den forschungsaktivsten Hochschulen in Deutschland und verfügt über zahlreiche Kooperationen mit der Wirtschaft.

Mit bundesweit einmaligem grünen Profil fit für den Wettbewerb

Im Jahr 1992 wurde die HNEE mit einem Stadtcampus und einem Waldcampus gegründet. Doch bereits vor 180 Jahren hat Friedrich Wilhelm Leopold Pfeil als Direktor der Preußischen Höheren Forstlehranstalt den Nachhaltigkeitsgedanken nach Eberwalde gebracht. Heute unterrichten rund 50 Hochschullehrer etwa 1.800 Studierende in den Fachbereichen Wirtschaft, Holztechnik, Wald und Umwelt sowie Landschaftsnutzung und Naturschutz.

Dabei spielt Internationalität an der HNEE eine große Rolle: Auslandspraktika, Austauschstudierende, Auslandssemester und international ausgerichtete Studiengänge schulen den Blick über die Grenzen des eigenen Landes hinaus. Zum grünen Profil gehört auch die für alle Studierenden verpflichtende Vorlesung zum Thema Nachhaltigkeit.

Als erste Hochschule Brandenburgs wurde die HNEE 2010 zudem für ihr hervorragendes Umweltschutzmanagement mit dem sogenannten Eco-Management and Audit Scheme (EMAS) ausgezeichnet. EMAS ermöglicht nicht nur die systematische Einsparung von Strom, Wasser, Wärme, Material, Abfällen und Emissionen, es verankert zugleich die Idee der nachhaltigen Entwicklung im Denken und Handeln der Hochschulangehörigen.

Neuer Hörsaal am Waldcampus

Zwischen 2002 und 2006 wurde mit EFRE-Mitteln ein zentraler Hörsaal-Neubau am Waldcampus realisiert. Mit der modernen, umgreifend verglasten Architektur, die den Werkstoff Holz mit Materialien wie Stein und Beton verknüpft, belegt der Architekt Rüdiger Sudau dabei auf hohem ästhetischen Niveau die High-Tech-Tauglichkeit des Naturprodukts. Transparent und von drei Seiten zugänglich, entstanden so zwei technisch perfekt ausgestattete Hörsäle mit 90 und 180 Plätzen

Grüne Hochschule mit Ausnahmecharakter

Die HNEE gehört zu den forschungsaktivsten Fachhochschulen Deutschlands. Sie leistet so einen wichtigen Beitrag zum Wirtschaftsstandort Eberswalde, indem sie regionalen Unternehmen ihr Know-how in Forschung und Entwicklung zur Verfügung stellt.

Um nicht nur zusätzliche Flächen für Drittmittelprojekte bereitstellen zu können, sondern auch um die hohe Reputation im Bereich der angewandten Forschung weiter auszubauen, wird von 2008 bis 2011 mit Hilfe von EFRE-Mitteln die Neue Forstakademie umgebaut und saniert. In diesem Zusammenhang wird auch in Labore, Geräte und technische Ausstattungen investiert.

Innovationsfähigkeit regionaler Unternehmen stärken

So können künftig neue Produkt- und Verfahrensideen entwickelt und wirtschaftlich verwertet werden. Damit werden nicht nur Kompetenzen gebündelt und Synergien genutzt, auch die Wettbewerbsfähigkeit des Landes Brandenburg profitiert von dieser überregional wirksamen Stärkung.

Verbundprojekt INKA BB

Beispiele hierfür decken ein breites Spektrum ab. Etwa das BMBFgeförderte Verbundprojekt das Innovationsnetzwerk Klimaanpassung Brandenburg Berlin, kurz INKA BB: hier werden Anpassungsstrategien an den Klimawandel in der Region Berlin Brandenburg unter der Federführung der HNEE gesucht.

Dies geschieht Hand in Hand mit dem Landkreis Barnim, der sich mit seiner Null-Emissionsstrategie dem Ziel des Klimaschutzes verschrieben hat und dies erfolgreich umsetzt. Gemeinsames Ziel ist es, Strategien zu erarbeiten, wie regionale Akteure, unter anderem Tourismusregionen und touristische Unternehmen, mit den Auswirkungen des Klimawandels im Nordosten umgehen können. Denn Brandenburg ist eine der gewässerreichsten und gleichzeitig wasserärmsten Regionen Deutschlands. Beispielhafte Lösungsmöglichkeiten sollen daher auch für den Wassertourismus erarbeitet werden.

Grenzüberschreitendes Managementkonzept

Aber auch internationale Projekte stehen auf der Agenda. So wurde für das Karpaten-Biosphärenreservat am Fachbereich Wald und Umwelt ein grenzüberschreitendes Managementkonzept entwickelt. Einbezogen wurden hier auch die ukrainischen Anteile am UNESCO-Weltkulturerbe „Buchenwälder der Karpaten“. Ziel ist die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen und der Schutz der Artenvielfalt (Biodiversität).

Strohpotenziale für die Biokraftstoffproduktion

Ein anderes Projekt befasst sich mit der Erweiterung der Kapazitäten für die Erhebung und Verarbeitung digitaler Landnutzungsdaten zur Biokraftstoffproduktion aus Stroh. Untersuchungen zum Strohbedarf im Land Brandenburg haben ergeben, dass in viehlosen Betrieben nur etwas mehr als 75 Prozent des Strohertrages benötigt werden. Auch bundesweit geht man von einem nutzbaren Strohüberschuss von 21 Prozent aus.

Um das an der HNEE entwickelte Modell für die Abschätzung von Stroh-Biomasse-Potenzialen anwenden zu können, müssen Strohertragszahlen ebenso bekannt sein, wie der Strohbedarf für Viehhaltung und Bodenfruchtbarkeit. Die Genauigkeit der Analyse der nutzbaren Strohmenge hängt entscheidend von der Auflösung und Detailliertheit der verwendeten Geodaten ab. Das EFRE-geförderte Projekt zu Strohpotenzialen dient der Erschließung weiterer Daten wie Satellitenbildern, die mit hoch aufgelösten flächenbezogenen Bodendaten mit Hilfe an der HNEE vorhandener mobiler GPS-gestützter Sensortechnik verknüpft werden.

Die Nutzung von Stroh als Rohstoff für die Biokraftstoffherstellung ist erst mit der jüngsten Entwicklung der so genannten Biokraftstoffe der zweiten Generation interessant geworden, bei denen eine effektive Umwandlung des Hauptbestandteils Zellulose zu Biokraftstoffen erfolgt. Mit dieser Technik wird auf eine höchstmögliche Planungssicherheit für die Produktion von Biokraftstoffen für Investoren im Land Brandenburg abgezielt. Da sich die Frage der Nutzung von Biomasse für die erneuerbaren Energien in allen EU-Ländern aufgrund der europäischen Biokraftstoffbeimengungsverordnung stellt, hat das Endprodukt durchaus auch das Zeug, zu einem Exportschlager zu werden.

Hoch qualifizierte Arbeitnehmer bleiben vor Ort

Auf einen hohen Praxisbezug wird an der HNEE von Anfang an großen Wert gelegt. Ein umfangreiches Partnernetzwerk stellt dies sicher. Dieses bedarfs- und zukunftsorientierte Ausbildungsangebot an der HNEE hat einen weiteren positiven Effekt: hoch qualifizierte Absolventen bleiben in der Region – an der Hochschule sowie in regionalen Unternehmen.

Darüber hinaus werden durch einen EFRE-geförderten Standortmanager Unternehmensgründungen vorangebracht. Mit Hilfe des Standortmanagements erfolgt hier zudem die Vernetzung mit der privaten Wirtschaft durch Gastvorträge und Unterstützung von Unternehmen aus der Region, als auch von Unternehmensgründerinnen und -gründern aus der HNEE.

HNEE-Präsident Prof. Dr. Wilhelm-Günther Vahrson betont:

„Für kommunale Unternehmen sind hoch qualifizierte Mitarbeiter der Schlüssel zum Erfolg. Wir haben eine positive Resonanz für dieses einzigartige Bildungsangebot aus allen Bereichen der Kommunalwirtschaft erhalten; einige Kommunalunternehmen haben auch an der Entwicklung des Studiengangs maßgeblich mitgewirkt und sehen den Abschlüssen der 26 Studierenden des ersten Durchgangs gespannt entgegen.“

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EFRE-Förderung

Investitionsvolumen: 20 Mio. €
davon EFRE: 11 Mio. €

Förderprogramm: Verschiedene Programme des MWFK für Investitionen z.B. in Baumaßnahmen, Geräte und Labore sowie des MWE für Technologietransfer und Existenzgründung


Projektträger

Hochschule für Nachhaltige Entwicklung
Eberswalde (FH)
Friedrich-Ebert-Straße 28
Pressestelle
16225 Eberswalde
Tel.: (03334) 65 - 7226
www.hnee.de

Kontakt

Für allgemeine Fragen zum EFRE und Hinweise:
Frau Hermannek
Tel. 0331/866-1601
efreinfo@mwe.brandenburg.de

Pressestelle:
Frau Beyerlein
Tel. 0331/866-1509
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Förderberatung durch ILB:
Tel. 0331/660-2211
E-Mail