Projekt des Monats Mai 2010

Generationenwechsel im Handwerk absichern

In den nächsten fünf bis zehn Jahren stehen in rund 3.000 brandenburgischen Handwerksbetrieben nicht abgesicherte Generationenwechsel an. Um geeignete Betriebsnachfolger zu finden und Zusatzqualifizierungen anbieten zu können, haben regionale Unternehmen in der Niederlausitz und im Elbe-Elster-Land 2008 das Projekt „Fit für die Unternehmensnachfolge im Handwerk“ unter dem Dach der Niederlausitzer Kreishandwerkerschaft ins Leben gerufen.

Vorbereitung auf Führungspositionen und nachhaltige Fachkräftesicherung

„Fit für die Unternehmensnachfolge im Handwerk“ bietet leistungsstarken Auszubildenden bereits während ihrer Erstausbildung und jungen Gesellinnen und Gesellen des Handwerks gleich im Anschluss eine ausbildungsund berufsbegleitende Zusatzqualifizierung. Ziel ist die frühzeitige und bedarfsgerechte Vorbereitung auf eine Führungsposition und im optimalen Falle auf die Übernahme eines Unternehmens.

So kann die stark handwerklich geprägte Region Südbrandenburg den großen Herausforderungen des demografischen Wandels schneller und ohne Zeitverzögerung begegnen und einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung im Land Brandenburg leisten.

Erfolgreiches Modellprojekt mit EU-Förderung

Im September 2009 konnten die ersten 11 Teilnehmer die Fortbildung „Technischer Fachwirt /Fachwirtin (HWK)“, die aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert wurden, erfolgreich abschließen und ihre Urkunden entgegen nehmen. Diese jungen Handwerker und Handwerkerinnen werden von der Niederlausitzer Kreishandwerkerschaft in Verbindung mit der Handwerkskammer Cottbus auch weiter betreut. Jetzt steht die nachfolgende Meisterausbildung auf der Agenda und später die Heranführung an die Übernahme eines Handwerksbetriebs.

Große Nachfrage und viele Auszeichnungen

Das Modellprojekt war höchst erfolgreich und hat sich inzwischen verstetigt: Von 2009 bis 2012 wird es weitergeführt und erneut mit EFRE-Mitteln gefördert. 51 weitere Auszubildende sowie junge Gesellinnen/Gesellen lassen sich seit November 2009 zum „Technischen Fachwirt (HWK)“ ausbilden – dieses Mal aufgrund der großen Teilnehmerzahl an drei Standorten in Elsterwerda, Lauchhammer und in Finsterwalde.

Um weiteren Unternehmensnachwuchs zu gewinnen, wird an den Oberstufenzentren und in den Medien kräftig geworben – die aktuelle Informationskampagne läuft seit Ende April 2010. Inzwischen wurde das Fortbildungsmodell wegen der hohen Nachfrage auch auf kaufmännische Berufe erweitert.

Die Qualifizierungskampagne für den Nachwuchs im Handwerk blieb nicht unbemerkt: Der Lausitzer Förderpreis „Stark für die Lausitz“ 2008, der Weiterbildungs- Innovations-Preis 2009 und der DAVID 2009 wurden der Initiative verliehen. Veröffentlicht wurde die Initiative im Buch ManagerSeminare 2010 „Das Jahrbuch der Management-Weiterbildung“ als Best Practice in PR und Training (Seiten 144 - 148).

Auch die erste Unternehmensnachfolge bahnt sich an: „Mit Anne Semrau, die in absehbarer Zeit ihre Meisterausbildung abschließen wird, kann aus der Maßnahme heraus die erste konkrete Unternehmensnachfolge realisiert werden.“ erläutert Ellen Lösche, Geschäftsführerin der Niederlausitzer Kreishandwerkerschaft.

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EFRE-Förderung

Gesamtausgaben: 0,195 Mio. €
davon EFRE: 0,146 Mio. €

Förderprogramm: Modellprojekt im Rahmen der Existenzgründungsförderung


Projektträger

Kreishandwerkerschaft Niederlausitz
Genossenschaftsstraße 19
03238 Finsterwalde
Telefon: (03531) 2216
www.finsterwalde-khw.de


Kontakt

Für allgemeine Fragen zum EFRE und Hinweise:
Frau Hermannek
Tel. 0331/866-1601
efreinfo@mwe.brandenburg.de

Pressestelle:
Frau Beyerlein
Tel. 0331/866-1509
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Förderberatung durch ILB:
Tel. 0331/660-2211
E-Mail