Projekt des Monats Dezember 2009

Telemedizin bringt Spezialisten zum Patienten

Die MEYTEC GmbH Informationssysteme aus Werneuchen (Seefeld) hat seit sieben Jahren ein völlig neues Geschäftsfeld: die Telemedizin, bei der moderne Informations- und Kommunikationstechnik zum Einsatz kommt. In dieser Zeit hat sie den „VIMED® TELEDOC“ entwickelt – High-Tech auf Rädern, die den Patienten virtuell zum Spezialisten bringt.

Das Telefonat zwischen Arzt und Patienten ist der wohl älteste Bereich der Telemedizin, bei der es generell um medizinische Dienste über Entfernung hinweg geht. Graham Bell, der Erfinder des Telefons, soll im Jahr 1876 als Erstes einen Arzt angerufen haben, weil er sich mit Schwefelsäure bespritzt hatte.

Heute bestimmt die Verknüpfung von Telekom-Systemen und Datenbanken die Telemedizin. In der Teleradiologie werden etwa Röntgenaufnahmen zur Begutachtung an einen Experten versandt, und beim Telekonsil beraten sich Ärzte mit Kollegen.

Am Anfang stand ein Netzwerk für Schlaganfallpatienten

Ausgangspunkt für die MEYTEC GmbH war der Auftrag, ein Netzwerk zur besseren Behandlung von Schlaganfallpatienten in Bayern aufzubauen und dabei zwölf Kliniken mit zwei Schlaganfall-Zentren virtuell zu verbinden. Daraus entwickelte sich ein innovatives, neues Geschäftsfeld.

Nach drei Jahren Entwicklungszeit war der „VIMED® TELEDOC“ geboren – eine mobile Einheit, über die mittels Ton- und Bildverbindung Patientendaten und -aufnahmen sicher gesendet werden können. So können Ärzte am Behandlungsort mit Spezialisten in der Ferne zum Wohl des Patienten in einen Dialog treten. Etwa beim Schlaganfall kann so innerhalb der ersten kritischen drei Stunden eine Diagnose mit Hilfe entfernter Experten gestellt werden.

Neue Lösungen und Produkte

Aufgrund der Telemedizin erweitert das Unternehmen seit Mai 2009 seinen Firmensitz in Seefeld und investiert 400.000 Euro, um bessere Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter zu schaffen und gleichzeitig Musterbau, Produktion und Service sowie Forschung und Entwicklung auszubauen. Ärzte und Entwickler müssen dafür an einem Tisch zusammen kommen, um den Einsatz neuer Lösungen und Produkte zu fördern.

Das gelingt der MEYTEC GmbH, wie auch der Zukunftspreis 2005 der IHK Ostbrandenburg oder die Neuentwicklung von Modulen für den Aufbau einer Telemedizin- Systemfamilie zeigen.

Der Ingenieur Gerhard W. Meyer, Firmengründer von MEYTEC, hat sehr schnell erkannt, wie viel Potenzial in der Telemedizin steckt:

„Wir haben in die Produktentwicklung investiert und u.a. ein System für Rettungswagen entwickelt, über das Vitaldaten und Bilder des Patienten schon während des Transports an die Rettungsstelle gesendet werden können und der Klinik eine optimale Vorbereitung ermöglicht.“

Verbund von Mikroelektronikern, Biotechnologen und Medizinern

Die Telemedizin ist so zukunftsträchtig, dass jetzt ein neues Unternehmen aufgebaut wird: Die MEYTEC GmbH Medizinsysteme. Erstmals fördert das Land Brandenburg zudem ein gemeinsames Innovationsprojekt von Forschungseinrichtungen und Unternehmen zur Erforschung neuartiger Diagnostikmethoden in der Medizin in einem Verbundprojekt.

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EFRE-Förderung

Investitionsvolumen: 1,998 Mio. €
davon EFRE: 1,231 Mio. €

Förderprogramm: Große Richtlinie zur Förderung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben


Projektträger

MEYTEC GmbH Informationssysteme
Akazienstraße
16356 Werneuchen
Tel.: 033398 – 78 200
www.meytec.com

Kontakt

Für allgemeine Fragen zum EFRE und Hinweise:
Frau Hermannek
Tel. 0331/866-1601
efreinfo@mwe.brandenburg.de

Pressestelle:
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Förderberatung durch ILB:
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